„Gegen die Nacht können
wir nicht ankämpfen, aber wir können ein Licht anzünden“ – so ermutigte schon Franz von Assisi zum Handeln angesichts vielfacher
Not. Im Zeitalter der Globalisierung sind solche Nöte irgendwo auf der Welt uns
sehr nahe gerückt. Wir erfahren von einzelnen, die gute Ideen haben, zusammen
mit anderen ein solches Licht anzuzünden, um einfach ein menschenwürdiges Leben
führen zu können. Dazu benötigen sie solidarische Hilfe und Unterstützung. Nach
unseren Maßstäben ist es oft so wenig, was gebraucht wird, um benachteiligende
Strukturen zu verändern. Aber ohnedem geht es zumeist auch nicht. Wir
investieren nicht in Großprojekte, sondern in die kleinen Ansätze vor Ort, und
oft wird diese Hilfe zur Selbsthilfe auch eine längerwährende Förderbeziehung.
Diese Webseite wird laufend aktualisiert, so erfahren Sie, in welche Projekte
derzeit unsere Hilfen fließen. Hier stellen wir Grundlegendes und Ziele vor,
wie das Körnchen Reis da und dort in den Boden gesteckt Rispen voller
Reiskörner hervorbringt. Entwicklungen und Konkretisierungen finden sie über
unser Download-Center in den einzelnen dort herunter zu ladenden Jahresberichten:
In Asien:
Brücken(schul)kurs in Tirupur / Indien
Manche
Kleidung, die wir tragen, wird in dieser Textilindustriestadt hergestellt und
weltweit von großen Handelkonzernen vertrieben. Wenige wissen darum, dass der
billige Preis erkauft ist über Arbeitsbedingungen, die für uns unvorstellbar
sind, insbesondere was die Ausnutzung billigster Arbeitskräfte, auch von
Kindern anbetrifft. Natürlich gibt es auch in Indien eine Schulpflicht. Uns
will nur schwer in den Kopf, dass es Gesetze gibt, die in großem Ausmaß nur auf
dem Papier stehen. Mr. Aloisius in Tirupur ist seit vielen Jahren bemüht, eine
Gesellschaft dafür wach zu rufen, dass Kinder zunächst mal schreiben und lesen
lernen müssen, als unerlässliche Grundlage für die eigene Zukunft und
Lebenschancen. Er hat für dieses Ziel eine ganze Organisation Social Awareness
And Voluntary Education (SAVE) aufgebaut, so dass er es mit einem ganz breiten
Ansatz verfolgen kann: Er setzt bei den Familien an, die auf das
Kindeseinkommen verzichten müssen, formiert Werbeumzüge für die Einschulung der
Kinder, bietet Freizeit- und Bildungsprogramme für solche Kinder an, die auf
Lohnarbeit zur Erhaltung der Familie angewiesen bleiben... Und er hat die
„Brückenkurse“ „erfunden“, für Kinder, die nicht eingeschult worden sind oder
die alsbald nach der Einschulung der Schule aus welchen Gründen auch immer
wieder ade gesagt haben oder die nach einigen Arbeitsjahren von ihrem
Arbeitgeber nach zähen Verhandlungen frei gestellt wurden oder die aus dem
ländlichen Umkreis auf der Suche nach Arbeit in die Großstadt gekommen sind und
für eine Schulausbildung überzeugt werden konnten: Natürlich kann man nun einen
12-Jährigen nicht zu Erstklässlern in der öffentlichen Schule setzen. Vielmehr
gilt es, in einem überschaubaren Zeitraum von regelmäßig einem Jahr eine solche
„Nachhilfe“ in den Elementarfächern anzubieten, dass nach einem solchen
Schnellkurs eine Prüfung zur Aufnahme in eine altersgerechte Klasse der
öffentlichen Schule bestanden werden kann. Und da es alljährlich eine große
Anzahl von Anwärtern für diese Hilfe gibt, hat SAVE solches in derzeit 13 Schulungsstätten mit insgesamt 272 Kindern organisiert, mit eigenen LehrerInnen in angemieteten Räumen
überall in der Stadt verteilt. Solche „Privatschulen“ kosten Geld, was die
betroffenen Familien nun schon gar nicht aufbringen können. Darum unterstützt unsere
Stiftung dieses Projekt schon seit vielen Jahren. Ab Frühsommer 2008 steht eine
durchgreifende Verbesserung an: Es werden – höher besoldet – ausschließlich
LehrerInnen mit Diplom beschäftigt, zudem wird den Kindern eine Mittagsmahlzeit
geboten. Einige Kurse werden von regierungsnahen Organisationen (Kovai Class du
SSA) finanziert. Wir fördern weiterhin 3 Kurse mit jeweils 20 Kindern und zumal
die gesamte Organisations- und Leitungsstruktur einschließlich Koordinator, der
hier alles steuert.
Neues Projekt: Höhere Schule für Mädchen-„Novizinnen“ in
Lumbinizone / Nepal
Lumbini in Nepal zu Füßen des Himalaja nahe der Grenze zu Indien gilt als Geburtsort des Buddha. So haben sich in dieser Zone viele Klöster und Tempelchen der verschiedensten buddhistischen Richtungen niedergelassen. Die Region verzeichnet viele Besucher, profitiert in der ländlichen Umgebung aber kaum hiervon. Die Bevölkerung ist muslimisch oder hinduistisch geprägt. Zu den buddhistischen Mönchen bestehen in aller Regel wenig Berührungspunkte auch deswegen, weil diese ein zurück gezogenes beschauliches Leben führen. Aber es gibt Ausnahmen:
Eine Gruppe um den 25-jährigen charismatischen Venerable Metteyya gründete vor gut 8 Jahren die Lumbini Social Service Foundation für eine Verbesserung der Lebenssituation in den umliegenden Dörfern. Bald wurde klar, dass ein Bildungsnotstand über die staatlichen Schulen mit Klassenstärken von an die 100 Kindern nicht zu beheben war. Eine Fußstunde südlich der Lumbinizone schenkten Dorfgemeinschaften daher dieser Foundation Land für den Betrieb einer privaten Schule. Die Kanadierin Lori Forster steckte viel private Geldmittel in den Aufbau der hier entstandenen Metta Children´s School für die Klassen 1 bis 8. Die Schule möchte buddhistische Werte vermitteln, auch für Hindus. Die ersten Schüler haben kürzlich die 8. Klasse durchlaufen und eine externe Abschlussprüfung bestanden. Von den Absolventen können allerdings nur die Jungen auswärtige weiterführende Schulen besuchen. Für die Mädchen ist diese Möglichkeit deswegen versperrt, weil die Gesellschaft eine Koedukation in dieser Altersstufe nicht zulässt, im übrigen bei der üblichen Verheiratung der Mädchen durchaus schon im Alter von 14 Jahren auch wenig Bedürfnis hierfür gesehen wird.
11 Mädchen der letzten Abschlussklasse suchten für sich aber nun einen anderen Weg und wollten sich unbedingt weiter bilden. So suchte Metteyya, der von der Bevölkerung geachtete spiritual advisor and guardian der Schule, mit ihnen und ihren Eltern einen ziemlich „verrückten“ Einstieg für eine mögliche Fortbildung in den Klassen 9 und 10. Nahe bei der Metta Children´s School ist für sie ein abgegrenztes Grundstück mit Hütten aus Ziegeln und schrägem Blechdach (mit Luftdurchzug durch Mauerlöcher an der oberen Wand) bebaut worden für einen gemeinsamen Schlafraum mit angrenzender Küche um einen kleinen Garten. Die Mädchen wohnen dort als buddhistische Novizinnen auf Zeit für 2 Jahre zusammen, eingekleidet mit dem roten Habit einer Nonne, jedoch ungeschoren. Sie werden dort von 5 Lehrern der Metta Children´s School unterrichtet. Für Hindus ist eine solche buddhistische Vertiefung kein Problem. Metteyya im Originalton : "It sounds strange, but the girls become Buddhist nuns first in order to become better mothers later." Die Eltern brauchen für ihren Lebensunterhalt nicht aufzukommen, das besorgt die vorgenannte Lori Forster, die als die Mutter der Schule angesehen wird. Es ist vorgesehen, dass die Mädchen nach diesen beiden Jahren in ihre Familien zurückkehren (eines der Mädchen ist schon verheiratet : auch ihr Ehemann hatte zugestimmt). Was noch fehlt, ist das zusätzliche Gehalt für diese Lehrer, wozu insgesamt monatlich umgerechnet 100 EUR benötigt werden. Das bringt nun „Ein Koernchen Reis“ auf.
Dabei werden nun gleich mehrere Ziele angestrebt: Die Mädchen selbst fühlen sich sehr glücklich über diese gefundene Lösung für ihre Weiterbildung. Den Mädchen geht es als Novizinnen weitaus besser als jemals zuvor in ihren Familien. Die wollen an den Feiertagen gar nicht nach Hause, weil sie dort nur Arbeitstiere sind. So haben sich diesen 11 Mädchen inzwischen noch 5 weitere angeschlossen, die das Ziel der 8. Klasse in der Metta Children's School noch gar nicht erreicht haben, aber von diesem Gemeinschaftsleben angetan sind.
Für die also zusätzlich besoldeten Lehrer ist es eine notwendige Aufbesserung ihres sehr spärlichen Einkommens, da das hierfür zur Verfügung stehende Budget der Metta Children's School schon deswegen äußerst gering ist, weil ein Schulgeld für diese Privatschule genauso wenig erhoben wird wie bei einer staatlichen Schule. Auf solche Weise kann dann verhindert werden, dass qualifizierte Lehrer zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts in andere höhere Schulen überwechseln.
Das Ganze kann als Pilotprojekt angesehen werden für die spätere Einrichtung eines Girls-Collegs für die Klassen 9 bis 12. Das wäre ein völliges Novum, hierfür ist eine Akzeptanz in der Gesellschaft wichtig. Die Erfahrungen dieser 11 Mädchen und die Vorteile ihrer weiteren Schulbildung selbst als Ehefrau und Mutter sind hierbei sehr wichtig. Damit würde an diesem Ort bei der Schulbildung ein Stück Gleichberechtigung geschaffen, vielleicht ein Muster auch für andere Regionen.
Und es bleibt nicht bei der Berührung zwischen hinduistischer und buddhister Spiritualität. Da auch schon von muslimischen Bevölkerungskreisen der Wunsch nach einer solchen weiterführenden Schule für Mädchen hier verlautete, wird auf solche Weise auch ein Zeichen des Respekt vor anderer religiöser Geisteswelt gesetzt, das seinesgleichen sucht.
Neues Projekt: Agrofortwirtschaftliches Terrassenanbauprojekt in Kaule / Nepal Schneller als unsere Hilfe bei dem vorgenannten Projekt kommt unsere Förderung eines weiteren Nepalprojekts zum Zuge, dieses im Landesinneren: Im Dorf Kaule bei Kathmandu leben rund 100 Familien von der Landwirtschaft, die hier im traditionellen Terrassenanbau betrieben wird, übrigens ohne alle landwirtschaftlichen Hilfsmittel mit den bloßen Händen. Die üblich gewordenen Monokulturen begünstigen die Erosion auch über ein Wegschwemmen von Erdreich. Die Kölner Diplom-Biologin Alina Schick hat in Zusammenarbeit mit örtlichen Instituten und Organisationen ein Programm entwickelt, wie dem über eine völlige Anbau-Umstellung entgegen gewirkt werden kann. Eine gemischte landwirtschaftliche Nutzung mit einjährigen Acker- und mehrjährigen Strauch- und Baumkulturen für Nahrungs- und Heilpflanzen tragen zur Befestigung der Terrassenränder bei und fördern das Entstehen eines fruchtbaren Humusbodens. Die Bewässerungsanlagen lassen in dem hügeligen Gelände auch Fischteiche entstehen. Über ein also ausgewogenes Ökosystem sind letztlich auch höhere Erträge zu erwarten, was Einkommen und Wohlstand der Familien fördern kann - auch für bessere Ausbildungsmöglichkeiten ihrer Kinder. Nachdem 15 Landwirte dieses Dorfes von dem Nutzen einer solchen umfassenden Umstellung überzeugt werden konnten, wurde 2008 in Köln der Verein Kaule e.V. gegründet. Seit Februar 2009 schiebt Alina Schick in Kaule dieses Projekt intensiv an. Nepal Agroforestry Foundation hat das Training mit den hochmotivierten Landwirten begonnen. Dieses 3-Jahresprojekt wird wissenschaftlich begleitet und ausgewertet und kann somit eine Pilotfunktion übernehmen.
Neues Projekt: Einschulung von Mangyanenkindern in einem Bergdorf der Insel Mindoro / Philippinen
Mangyanen sind die Ureinwohner der Insel Mindoro, die einstmals die ganze Insel bevölkerten. Gastfreundlich und friedlich, wurden sie von Zuwanderern in die Bergregionen zurück gedrängt und stellen inzwischen eine Minderheit auf dieser philippinischen Insel dar. Noch heute werden sie zu Opfern skrupelloser Geschäftemacher und Eindringlingen in ihre Dörfer. Dem lässt sich nur entgegen treten, wenn sie selbst lesen und schreiben können. In Calapan können Mangyanen zu Lehrerinnen und Lehrer zum Einsatz in ihren Dörfern ausgebildet werden. Es ist ein ehrgeiziges Ziel der Mangyanen-Mission, dass in immer mehr Dörfern Kinder in einer von den Bewohnern aus Bambusstämmen errichteten Schulhütte unterrichtet werden können. Unsere Stiftung finanziert das Jahresgehalt für eine solche ausgebildete Lehrperson. Ist eine solche Schule erst mal in Betrieb, sind die Chancen groß, dass sie alsdann vom Staat übernommen wird. Auf solche Weise kann die Alphabetisierung bei den Ureinwohnern nach und nach voran getrieben werden, unerlässlich zur Erhaltung ihrer Eigenart und Kultur in unserer Zeit.
In Afrika
(Aids-)Witwengruppen bei Kisumu / Kenia
Mit
diesem Projekt werden wir mit den Aidsproblemen in Afrika befasst. Diese
Krankheit zerstört ganze Familien. Oftmals erliegt als erster der Familienvater
dieser Krankheit und hinterlässt Mutter und Kinder, manchmal aidsinfiziert,
ohne denjenigen, der bislang das Geld verdiente. Da hatte eine
Franziskanerschwester in Kisumu am Viktoriasee, Schwester Irene Akumba, vor
einigen Jahren eine Idee: Solche Witwen müssen sich in Gruppen zusammen tun, um
gemeinsam ein Auskommen zu finden. Im Austausch untereinander werden
Arbeitsteilung und Erwerbsmöglichkeiten entdeckt. Wo dies einer Gruppe gelingt,
setzt sie ein Beispiel für die Entstehung weiterer Gruppen mit gleicher
Zielsetzung in echter Graswurzelarbeit. Schwester Irene initiierte solche
Entwicklungen. Für die zu entdeckenden Chancen gemeinschaftlich möglicher
Einkommenserzielung bedarf es regelmäßig einer finanziellen Starthilfe. Solches
finanziert unser Projekt. Aktuell ist das der Bau von Wassertanks zum
Weiterverkauf angelieferten Trinkwassers mit hygienischer Wartung. Solches
hilft einer Witwengruppe nicht nur zu überleben: Fast noch bedeutsamer ist,
dass diese Frauen damit aus einem gesellschaftlichen Abseits herausgeholt und
in der Dorfgemeinschaft geachtet werden. Die Spiritualität, Tatkraft und
Umsicht dieser Franziskanerin blieb auch dem Orden nicht verborgen und berief
sie zur Provinzoberen von Kenya. Aber für dieses ihr Herzensanliegen bleibt immer
noch Zeit, und uns ist sie sogar näher gerückt: denn wenn ab und an eine Reise
zum Mutterhaus in Holland ansteht, gibt es regelmäßig einen Abstecher nach Bad
Honnef. Lesen Sie über ihren letzten Besuch am 17.8.2008 im Download-Center.
In Lateinamerika:
Mandacaru in Pedro II /
Brasilien
Viele erinnern sich noch an Norbert
Herkenrath, den früheren Generalsekretär bei Misereor. Er wurde in dieses Amt
aus einer langjährigen Tätigkeit als Priester im Nordosten Brasiliens berufen,
wobei das Gemeindegebiet über den Stadtbereich von Pedro II hinaus eine
ungeheuer große Region in dieser Halbtrockenzone mit einbezog. Er hatte aus
Deutschland eine Mitarbeiterin beschäftigt, Frau Maria Platen. Diese ist heute
noch – trotz dem inzwischen erreichten Ruhestand – als Entwicklungshelferin in Pedro II tätig.
Allerdings auf einer ganz anderen Basis: 1991 wurde in Pedro II Mandacaru
(benannt nach einem unter den widrigsten Umständen zur Blüte kommenden
Kakteenpflanze) gegründet, basisdemokratisch aufgebaut und finanziell
unterstützt von einem damals in Siegburg gegründeten Verein Missionshilfe Pedro
II Brasilien, Mandacaru übernahm die Kindergartenarbeit, bot Bibelkurse an und
engagierte sich bei den verschiedenartigsten, für die ganze Region wichtigen
Aufgaben, bis hin zu Bau und Unterhaltung einer Landwirtschaftsschule mit
derzeit 166 SchülerInnen aus der ländlichen Umgebung mit eigener Viehhaltung,
Versuchsfeldern und Gewächshäusern für die praktischen Anleitungen. Die Arbeit
von Mandacaru erstreckt sich nämlich über ein sehr großes Territorium, wo auf
dem Land vorwiegend Landwirtschaft betrieben wird, auch von Siedlern mit
wenig Kleintier- und Landbesitz. Und da liegt nun die von unserer Stiftung
zusammen mit einem süddeutschen Verein Campo Limpo finanzierte Projektarbeit.
Sie betrifft den sogenannten alternativen landwirtschaftlichen Sektor. Mit der
Hilfe von Agraringenieuren und den Erfahrungen einiger aufgeschlossener
Landwirte werden für diese kargen Böden spezifische Anbaumethoden entwickelt.
Ernteerfolge einer Dorfgemeinschaft werden so beispielhaft für viele andere,
Absatzmärkte sind zu organisieren, und immer Mandacaru als Mentor solcher
Entwicklungen. Der von Mandacaru einmal entwickelte und alsdann planmäßig
betriebene Zisternenbau wird weithin als so mustergültig angesehen, dass dies
inzwischen landesweit in ein staatliches Förderprogramm unter der gerade wieder
neu vergebenen Regie von Mandacaru aufgenommen wurde. Das
Entstehen ganz neuer Dorfgemeinschaften, besiedelt von zuvor Landlosen, ist ein
neueres, staatlich begünstigtes Betätigungsfeld (sh. Download-Center „Eigenes
Land“). Bei alledem befruchten sich die verschiedenen
Tätigkeitsbereiche von Mandacaru auch wechselseitig: Die Absolventen der
vorerwähnten Landwirtschaftsschule bringen neue Ideen mit nach Hause. Und es
ist gewiss kein Zufall, dass von den 14
Außengemeinden, in denen seit Jahren die lebensbezogene, auf mehr Gerechtigkeit
dringende Bibelschule betrieben wird, sieben ermutigt worden sind, mit Erfolg den
eigenen Grundbesitz zu erstreiten. Und als Hintergrundinformation zum Zisternenbau hat das Team von Mandacaru
ein nettes Büchlein über das dort so wichtige Thema Wasser heraus gebracht.
Foro Multisectorial Por La Justicia in Goya / Argentinien Es war schon eine Sternstunde unserer Stiftung, als
wir vor 10 Jahren einem Projektantrag eines ehrenamtlich tätigen Teams
in Goya zustimmten, das sich mit der vielfachen Ungerechtigkeit im Land und der
lebensbedrohlichen Armut vieler Familien einfach nicht abfinden wollte. Die
neue Idee war: die Einbeziehung weitgehend ehrenamtlich tätiger Rechtsanwälte für eine Rechtshilfe Unbemittelter mit finanzieller Absicherung
etwa entstehender (Gerichts-)Gebühren, Aufwendungen und Fahrten. Keiner konnte
vorausahnen, wie sich diese Arbeit entwickelte, weit über die Stadt Goya hinaus
in einer riesengroßen, oftmals schwer zugänglichen Region und mit den
Schwerpunkten Arbeitsrecht und Landbesitz. All unsere Jahresberichte
quellen fast über mit Details aus dieser Erfolgsstory, was
in der argentinischen Öffentlichkeit nicht unbeachtet bleibt und dem Foro
weiteren Zulauf und vielfältige Anerkennung beschert. Im Jahresbericht 2007 findet sich unter
„Besuch (von Berta Arroyo hier) und Gegenbesuch (von Jacqueline Lacroix dort)“
die Beschreibung einer eindrucksvollen 2-tägigen Begleitung von Rechtsanwalt Tadeo bei seiner
wertvollen Arbeit. Die rechtlichen Ansatzpunkte sind unter dem Schwerpunktthema
„Eigenes Land“ (sh. Download-Center) zusammenhängend dargestellt. Die
Ausweitung des Projekts erforderte inzwischen eine weitere Mitförderung durch
das dem Foro seit jeher eng verbundene Comité Argentina-Austria mit der hier
angeschlossenen Gruppe KAB/KAJ. Als neues Zentrum dient auch für andere
Arbeitsbereiche des Foro ein angemietetes ehemaliges Priesterseminar (für
wenige Seminaristen) in der historischen Altstadt.
Eine besondere Freude ist dabei für uns, wenn wir von all diesen genannten
Projekten die maßgeblichen Projektleiter nicht nur über die regelmäßige
Unterrichtung und Rechnungslegung, sondern auch über persönliche
Begegnungen kennen und schätzen lernen konnten. So ergeben sich
auf Jahre hin vertrauensvolle Verbindungen.